Ladislaus Kiss

Maschinenarbeiter. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1910    † 1943

 

Lebenslauf

Ladislaus Kiss wurde am 24.9.1910 in Steinamanger (Ungarn) geboren. Er war Maschinenarbeiter in Kottingbrunn. 1930 schloß er sich der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich und dem republikanischen Schutzbund an.

Revolutionärer Sozialist, Funktionär der illegalen KPÖ

Nach 1934 trat er den revolutionären Sozialisten bei. Dann war er Funktionär der illegalen KPÖ. Er sammelte Unterstützungs­gelder und war im illegalen Literaturapparat tätig.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 19. 3. 1942 wurde Ladislaus Kiss verhaftet und am 11. 11. 1942 gemeinsam mit Karl Pansky, Anton Heřmann, Franz Maier, Leopold Hörbinger, Josef Fleischmann und Anton Heilegger (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 15.2.1943 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Er wurde im Herbst 1939 von Gaubmann, den er schon längere Zeit kannte, angeworben und leistete einen monatlichen Mitgliedsbeitrag von durchschnittlich 1. – RM. Auf Auftrag des Gaubmann versuchte er in Kottingbrunn und Umgebung kommunistische Zellen zu gründen, drang aber damit nicht durch, da zufolge der damals bereits einsetzenden Verhaftungen sich die von ihm angegangenen Personen zum Beitritt nicht bereit fanden. (…) Auch Kiss nahm mehrmals an den erwähnten Besprechungen und Schulungsabenden teil (…) Er erhielt bei der einen Zusamenkunft von Pansky 2-3 Stücke­ der Flugschrift ’Brief eines jungen Arbeiters an einen nationalsozialistischen Arbeitskameraden‘ sowie mehrmals bei anderer Gelegenheit von Pansky und einmal auch von dem Maschinenmeister Franz Fleischmann Hetzschriften (»Weg und Ziel«), die er verteilen sollte.“

Gedenkstein, Denkmal, Benennung einer Verkehrsfläche nach Ladislaus Kiss

Sein Name steht auf dem 1954 enthüllten Gedenkstein am Friedhof in Kottingbrunn, dort ebenso am Denkmal für die Opfer des 1. und 2.  Weltkriegs; eine Verkehrsfläche in Kottingbrunn ist nach ihm benannt (Ladislaus-Kiss-Gasse).

Gedenkort - Straflandesgericht Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Grab am Friedhof Kottingbrunn

Ursprünglich Gruppe 40, am 2. 10. 1946 exhumiert nach Friedhof Kottingbrunn.

Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit. Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien, 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“ Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation. Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag. 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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